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Schöne Wanderziele in der Region

Ein bisschen Grusel ist ja schon dabei, stellt man sich vor, was hier geschehen ist: Im Lotzengrund unterhalb der Burg Haineck bei Nazza befand sich früher der Hinrichtungsplatz des Gerichtes der Herren von Hopffgarten, die seit Beginn des 16. Jahrhunderts auf der Burg saßen.

Eine erste Hinrichtung ist für das Jahr 1551 bezeugt. Nach der Lutherischen Reformation kam es zur Entstehung der Wiedertäuferbewegung, einer radikale Auslegung der neuen Lehre. 1551 kam es um Georg Schuchardt und den in den Vogteidörfern wirkenden Klaus Ludwig zu einer regelrechten Verschwörung der “Blutsfreunde”, wie sich diese besonders radikale Gruppierung nannte. Zu den Anführern gehörte auch ein Klaus Bach aus Nazza in der Gerichtsbarkeit der Herren von Hopffgarten. Die adlige Gerichtsbarkeit zerschlug die Verschwörung und verhaftete Dutzende der Täufer. Georg Schuchardt wurde nach mehrfacher peinlicher Befragung im September 1551 auf dem Creuzburger Richtplatz verbrannt und Klaus Bach aus Nazza musste einen Monat später den gleichen Weg gehen. Seine Verbrennung erfolgte auf dem Hoffgartenschen Richtplatz im Lotzengrund unterhalb der Burg Haineck.

Heute erinnert an dieser Stelle ein Gedenkstein mit Inschriftentafel an die Vorgänge, besonders aber daran, dass im Lotzengrund auch mehrfach angebliche Hexen verbrannt wurden. 1568 musste Liese Lutz den Feuertod sterben. Besonders spektakulär war der Fall der Barbara Hager aus Neukirchen, die hier, wie die Tafel vermeldet, 1671 den “reinigenden Flammen” übergeben wurde.

Der vom Burgverein Nazza aufgestellte Gedenkstein an der von Hopffgartenschen Richtstätte. 

Auch die neue lutherische Lehre ging von der Existenz von Hexen aus und nach 1525 erreichte die Hexenverfolgung in Thüringen sogar nochmals einen schaurigen Höhepunkt.

Für die Herren von Hopffgarten auf Haineck hatten die Unruhen um die Wiedertäufer mit der Hinrichtung des Klaus Bach noch kein Ende gefunden. Die Spätphase der Bewegung ist durch Hans Dohn, einem Schafknecht aus Lauterbach in der Herrschaft der Hopffgartens geprägt. Über 20 Jahre hielt er die Gerichte in Aufregung, ihm gelang 1564 sogar die Flucht aus dem Kerker, ehe ihm im Jahre 1584 schließlich der Prozess gemacht wurde und er ebenfalls den Feuertod sterben musste. Bis zuletzt blieb de ansonsten wirren radikal-religiösen Auffassungen anhängende Dohn seiner Überzeugung treu.

Übersichtstafel am Parkplatz Mosers´Ruh. 

Den Barbara Hager Stein erreicht man, wenn man vom Hainichrennstieg aus den Lotzengrund betritt, etwa 1,4 Kilometer, von Nazza aus den gut begehbaren Weg durch den Grund nutzt oder vom Burgparkplatz an Mosers´Ruh den gut beschilderten Weg ins Nachbartal einschlägt.

Überhaupt der Parkplatz an Mosers Ruh´, dort stößt man auf eine sehr übersichtliche Tafel, die neben der Haineck auch den Barbara Hager Stein und andere Wanderziele anschaulich vorstellt.

– Rainer Lämmerhirt –

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